Aufsuchen der Objekte

Bevor ich den LED-Leuchtpunktsucher hatte war es für mich eine echte Quälerei Objekte aufzusuchen. Ich habe zwar schon immer Stellarium benutzt und wusste auch wo in welchem Sternbild meine Objekte zu finden sind, aber ich kam nie richtig mit dem standard 8x50 Sucher zurecht. Zumal es da ja schon so ist, dass man durch den Sucher deutlich mehr Sterne sieht als mit bloßem Auge und das Bild ja dank dem kleinen Refraktor auch noch auf dem Kopf steht. Und so hatte ich zwar über das Teleskop gepeilt um so ungefähr da hin zu kommen wo ich hin wollte. Aber wenn ich dann durch den Sucher geguckt habe wusste ich überhaupt nichts mehr...

 

Und so habe ich die ersten Objekte durch das peilen über das Teleskop und durch das visuelle sehen durchs Okular ausfindig gemacht. Objekte wie die Andromeda Galaxie (M31), den Eulennebel (M97) und den Hantelnebel (M27) kann man ja auch als Anfänger relativ Problemlos mit dem Okular finden. Dennoch hat allein das aufsuchen dunklerer Objekte teilweise sehr viel Zeit in Anspruch genommen, so das sich eine Aufnahmeserie am späten Abend nicht mehr gelohnt hat. Vor allem wenn man am nächsten Tag früh raus musste.

 

Irgendwann konnte ich mit dem 8x50 Sucher dann besser umgehen und konnte dann auf das sogenannte Starhopping zurückgreifen. Damit lief die Sache dann schon besser. Aber mit dem LED-Leuchtpunktsucher wurde alles nochmal deutlich einfacher!

 

Jetzt will ich mal versuchen meine Vorgänge beim Aufsuchen von Deepsky Objekten mit dem LED-Leuchtpunktsucher zu formulieren.

 

Zuerst suche ich mir ein Objekt aus, z.B. anhand von Kriterien wie: steht das Objekt hoch genug um nicht im Lichtsumpf zu versinken, sind Nachbars Haus und evtl. irgendwelche Bäume etc. auch bei längerer Belichtungszeit nicht im Weg, nervt die Straßenbeleuchtung auch nicht, passt das Objekt auf den Sensor meiner Kamera, ist meine Brennweite dafür geeignet, usw....

Das ganze Simuliere ich dann mit Stellarium.

In meinem Beispiel nehmen wir M101 die Feuerrad-Galaxie im Sternbild Großer Bär (Großer Wagen). Meine Vorgehensweise nutze ich aber auch an allen anderen Objekten. 

Am Nachthimmel sieht man also den Großen Wagen.

Und hier nochmal zu Verdeutlichung wo sich der "Große Wagen" befindet.

Aaaaber die Linien sieht man ja am Himmel nicht. ;)

M101 befindet sich hier im Bild am unteren Ende des "Großen Wagens". In der nähe von Mizar und Alkaid. In Stellarium kann man die Galaxie jetzt schon erahnen. Aber Wir tun hier mal so als seien wir nachts draussen, wir sehen also keinen milchigen Fleck im folgenden Bild.

Da ich nun einen LED-Leuchtpunkt Sucher benutze muss/kann ich mich nicht an den kleinen Sternen orientieren. Ich denke mir einfach ein paar Hilfslinien und versuche geometrische Formen mit Sternen zu Bilden. So wie hier z.B. ein Dreieck.

Dann versuche ich erstmal mein Teleskop auf die Spitze des Dreiecks auszurichten.

Als nächstes mache ich eine kurz belichtete Aufnahme z.B. 15 Sek. um am Notebook kleinere Sterne sichtbar zu machen und vergleiche meine Aufnahme mit dem Bild in Stellarium.

Dann versuche ich mich mit weiteren kleineren Sternen weiter heran zu tasten und bilde wieder geometrische Formen.

Das sieht auf dem kurz belichteten Bild schon mal gar nicht so schlecht aus! Ein bisschen fehlt aber noch. Um das Objekt richtig zu zentrieren mache ich eine Aufnahme die etwas länger belichtet ist, z.B. 60 Sek. auf welcher das Objekt dann schon schemenhaft zu erkennen ist. Nun kann ich die Feineinstellung machen.

Wenn das auch erledigt ist können die Langzeitbelichtungen anfangen. :-)

 

Ich hoffe meine Anleitung war halbwegs verständlich.